06. November 2011
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[Anfängertipp] Reflektoren für Nachtcaches “gut & günstig” bauen.
Was habe ich nicht schon alles gesehen: Fahrrad-Katzenaugen, die mit ner SPAX im Baum gesichert werden, 3M-Folie mit einer einzigen Tackerklammer befestigt – mit dem Erfolg, dass sich diese durch Temperatur- und Feuchtigkeitseinflüsse zu einem Röllchen zusammenzieht und dann nicht mehr reflektiert. Rote Reflektoren, die von Vögeln mit Beeren verwechselt und gefressen werden oder Reflektorlinsen aus dem Baustellen-Absperrbedarf, die in ein selbstgefrästes Loch in den Baum geklebt werden. Von den überteuerten, tetraederförmigen Kaufreflektoren, die tagsüber fast noch auffälliger sind, als in der Nacht, mal ganz zu schweigen.
Dabei gibt es eine günstige und haltbare Alternative, die tagsüber absolut unauffällig ist und trotzdem hervorragende Reflexionseigenschaften besitzt:
Reflektoren aus Warnwesten. Hier eine kurze Anleitung zum Nachmachen.
Als erstes brauchen wir eine handelsübliche Warnweste, die es in den hiesigen Ramschläden schon für knapp 2 Euro zu kaufen gibt. Wichtig beim Kauf ist, dass das reflektierende Material ähnlich einem samtigen Stoff ist. Es gibt auch bei qualitativ hochwertigeren Westen ein anderes Material, was durch eine Folie geschützt ist und eine gummi-/plastigartige Haptik besitzt. Dieses Material können wir nicht gebrauchen.
Eine solche Warnweste ist perfekt:

Wir nehmen also unsere neu erworbene Warnweste und trennen behutsam den Reflektorstoff von der Weste. Ich habe das z.B. mit einer kleinen Nagelschere gemacht und die Naht damit aufgetrennt. Die Weste selbst kann in die Tonne oder anderweitig verwendet werden.

Jetzt ein handliches Stück gutes doppelseitiges (Teppich-)klebeband abschneiden…

… und auf die Rückseite des Reflektorstoffs laminieren! Jetzt zahlt es sich auch aus, dass wir den Klebestreifen nicht zu lang gemacht haben, denn der Stoff sollte sauber und faltenfrei aufgeklebt werden. Man kann den Stoff mit dem Daumen fest aufstreichen, aber NICHT den Daumennagel benutzen, da man sonst die winzigen Reflektorkügelchen des Stoffs zerstört!
Das Ganze sollte dann ungefähr so aussehen:
Jetzt an den Seiten des Klebestreifens den Stoff abschneiden und restlichen Stoff beseite legen. (Ihr hab jetzt übrigens Material für hunderte von Reflektoren, also keinesfalls wegwerfen! Der nächste Nachtcache kommt bestimmt.)
Aus dem beklebten Reflektorstoff fertigen wir uns jetzt noch Runde Ausstanzungen. Ich habe dazu ein 8mm Locheisen verwendet. Dazu einfach den beklebten Stoff auf einen alten Katalog oder Notizblock legen, das Locheisen ansetzen und beherzt zuschlagen. Wer kein Locheisen zur Hand hat, kann auch einen normalen Locher nutzen, muss sich aber dann mit 5mm Ausstanzungen zufrieden geben.

Und so sieht das dann aus. Natürlich habe ich hier nur beispielhaft eine einzelne Ausstanzung gemacht. Normalerweise kann man hier platzsparend ansetzen und viele viele Ausstanzungen herstellen.
Die abgebildete Heftzwecke zeigt es an: Die Ausstanzungen jetzt einfach auf vermessingte Heftzwecken/Reißnägel kleben. Keinesfalls die plastikbeschichteten Heftzwecken benutzen – das Plastik löst sich irgendwann. Zugegeben, am Anfang ist es etwas fummelig die Schutzfolie der anderen Klebebandseite abzufummeln, aber ab dem 10. Refektor wird man routinierter. *g*

Die relativ schlecht vermessingten Heftzwecken rosten durchaus schnell, wenn sie der Witterung ausgesetzt sind, was aber der Tarnung nur zuträglich ist. Im Ernst, gerade diese verrosteten Reflektoren habe ich bei einer Wartungsrunde ohne Taschenlampe am Tage nicht wiederfinden können!
Was zeichnet diese Reflektoren jetzt aus?
- kostengünstig und einfach nachzubauen
- tagsüber nicht auffindbar
- superklein
- hervorragende Reflexionseigenschaften
- sehr gute Haltbarkeit
- keine oder kaum Beschädigungen am Baum, da Heftzwecken nicht so tief in den Baum eindringen (Todholz ist trotzdem vorzuziehen!)
- lässt man die Heftzwecken weg, erhalten wir selbstklebende Reflektoren, die ich sogar auf blanke Felsen kleben konnte und bereits über ein Jahr halten.
Abschließend ist zu sagen, dass die Witterungsbeständigeit auch damit zu erklären ist, dass das Teppichklebeband elastisch bleibt und nicht spröde wird. Der Reflektorstoff kann sich ebenfalls zusammenziehen und dehnen, so dass es sämtliche Temperaturunterschiede mitmacht.
Natürlich gibt es auch ein paar negative Punkte zu nennen. Leider werden auch bei diesen Reflektoren die Reflexionseigenschaften bei Raureif schlechter und man hat leider keine anderen Farben als Weiß zur Verfügung. Die Dinger machen aber trotzdem so viel Spaß, dass ich keine anderen Reflektoren mehr verbauen will. Probiert es selbst aus.
Über Erfahrungsaustausch und -berichte würde ich mich in den Kommentaren sehr freuen.
8 Kommentare












Reißnägel sind nicht wirklich eine schonende Anbringung von Reflektoren an Bäumen. Auch wenn es Jagd/Forst & Co mit diversen Schildern nicht besser machen, sollten Geocacher doch mit gutem Beispiel vorangehen und anstatt Nägel lieber Kleber verwenden oder die Reflektoren in irgendeiner Form aufhängen.
Gerade bei einem Anfängertipp sollte dieser Hinweis eigentlich im Artikel nicht fehlen.
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Sirex [CR] Antwort vom November 7th, 2011 08:25:
Hier gibt es wahrscheinlich sehr viel Spielraum, was “schonend” ist und was nicht. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist es natürlich am schonendsten, wenn man gar keine Reflektoren anbringt. Aus Sicht des Jäger ist es am schonendsten, wenn Geocacher erst gar nicht des Nachts durch den Wald stapfen. Der Baum selbst leidet unter einer Heftzwecke eigentlich nicht. Das beweist auch der örtliche “Plakatierbaum”, der sich fakirmäßig bestimmt durch 300 Heftzwecken piesaken lässt und sich dennoch bester Gesundheit erfreut.
Ich möchte Deinen Hinweis auch gar nicht in Abrede stellen, aber das grenzt schon stark an Korinthenkackerei. Natürlich – und das habe ich ja bereits erwähnt – ist Todholz immer vorzuziehen. Es wird forstwirtschaftlich nicht genutzt und tut keinem weh.
Ankleben ist jedenfalls keine haltbare Alternative und auch fraglich, ob das Vorgehen nicht andere Wechselwirkungen hat.
Im Grunde ist das alles nur eine Frage des gesunden Menschenverstandes und das ist manchen (nicht nur) Anfänger-Cachern einfach nicht gegeben.
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Speichenreflektorstäbe fürs Fahrrad lassen sich in kleine Stücke zersägen, die man perfekt an Blumendraht aufhängen kann. So wird die Natur geschont und es wird kein Klebstoff benötigt, der sich durch die Witterungseinflüsse sowieso früher oder später auflöst.
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Sirex [CR] Antwort vom November 7th, 2011 08:30:
Dazu habe ich auch noch eine Idee. Wer von der nächsten Elektroverkabelung im eigenen Haus noch ein paar Reste übrig hat, kann den weißen Mantel abziehen, in kleine Röllchen schneiden und diese dann mit dem Reflektorstoff bekleben. Diese Reflektorröllchen können dann innen mit Heißkleber an Draht befestigt werden und überall untergebracht werden. Der Klebstoff des Teppichklebebands ist jedenfalls so gut, dass er bei guter Verklebung sogar Feuchtigkeit und Frost trotzt.
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Also ich habe einfach mit dem Locheisen bzw. einer Blechschere kleine Stücke aus einem Kfz-Kennzeichen herausgetrennt. Dann einen kurzen Nagel durch.
Einen Nachtcache habe ich irgendwie immer noch nicht gelegt, aber die zwei Muster-Reflektoren draußen im Hof hängen seit über einem Jahr und reflektieren immer noch sehr gut!
Ein befreundeter Förster sagte mir, dass das mit den kurzen Nägeln auch kein Problem für einen Baum sei. Nur beim Fällen ist es für die Motorsäge nicht gut.
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Sirex [CR] Antwort vom November 7th, 2011 08:36:
Die KFZ-Kennzeichen-Reflektoren sind mir persönlich zu auffällig, denn sie strahlen auch am Tage sehr stark. Dafür sind sie ja auch gedacht. Sie sind auch stark winkelabhängig, so dass sie für eine schnöde Reflektorstrecke eigentlich ungeeignet sind. Kurze Nägel? Was sind kurze Nägel? Selbst Heftzwecken, aber auch andere Drahtinstallationen, sind in der Forstwirtschaft nicht gern gesehen. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
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Wir haben bei unserem Nachtcache auch Warnwesten verwendet. Unsere Reflektoren sind aber größer, wir haben sie 2-3 cm im Durchmesser. Die kann man auch mit schwachen Lampen auf 100m problemlos erkennen.
Da unsere Reflektoren so groß sind passt da natürlich keine Heftzwecke drunter, wir haben sie deswegen mit einem Tacker mit 5mm Klammern direkt befestigt, und das so oft es geht an toten Bäumen. Alle 100m findet man fast immer einen toten Baum.
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Danke für die gelungene Anleitung!
Wenn man die Reiszwecken in einen Nadelbaum mit grober Borke drückt, dann sehe ich darin kein Problem. In der Borke schadet das dem Baum nicht und im Sägewerk landet die Borke i.d.R. auch nicht.
Warnwestenfolie kann man auch über eine kleine Schlaufe am Ende eines Drahtes ziehen und verkleben. Das gibt dann am Ende einen kleinen runden Knubbel, der sehr gut reflektiert. Die fehlende Farben (abbiegen bei rot) kann man dadurch ersetzen, daß man mehrere Reflektoren anbringt (abbiegen bei 2 Reflektoren).
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