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05. Mai 2011

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Nordseetaufe “Kiel-Oslo-Kiel” – Der zweite Tag

Abgelegt 22:09 unter Geocaching,Privates

Liebe Leser… dieser Blogpost ist etwas länger und die Fortsetzung zu:
Nordseetaufe “Kiel-Oslo-Kiel” – Der erste Tag

Der zweite Tag begann recht entspannt, das iPhone, das ob des fehlenden Netzes zu einem reinen Wecker mit Fotofunktion degradiert wurde, konnte Früchtchen und mich mit gewohntem Lärm aus den Federn werfen. Ich glaube es war kurz vor 7 Uhr. Da wir ja netterweise eine Innenkabine mit Fenster zugeteilt bekommen hatten, konnten wir direkt nach dem Aufstemmen der Augenlider auch so etwas wie Tageslicht erblicken. Wie schön.

Trotzdem war ich etwas verwirrt. In den ersten Sekunden wusste ich überhaupt nicht wo ich war und warum meine Liebste sich nicht in unmittelbarer Nähe zu mir  streckend- und räkelnderweise auf den Tag vorbereitete. Das geht mir immer so, wenn ich mal wieder woanders penne. Mein Körper verlangt nach dem gewohnten Umfeld und das war die Color Magic nun wirklich nicht.

Hinter einer Schranktür fanden wir mit verschlafenen Augen die Nasszelle unserer Kabine, dessen Dusche mich irgendwie an Raumschiff Enterprise erinnerte. Jedenfalls schlossen die Türen mit einem ähnlichen Geräusch (pffffffffffffffff), aber wider Erwarten wurde ich nicht direkt ein paar Decks nach oben befördert, sondern es kam tatsächlich Wasser aus diesem durchlöcherten Eisportionierer. (Details erspare ich Euch!)

So, jetzt waren wir also wach. Hunger! Frühstück!

Mein Früchtchen hatte sich glücklicherweise mit den anderen Cacheratten gegen 8 Uhr verabredet, so dass wir uns pünktlich am Grandbuffet einfinden konnten. Der liebe Torsten hing noch in der Nasszelle fest und konnte sich erst später vom Handtuch befreien.

Also schnell rein und ran ans Buffet… ja gesch***en! Gab’s schon wieder Bananen, oder was? (Liebe Ossis… ich kenne genug Wessi-Witze. Lasst mir also bitte diesen einen Witz, der ja inzwischen so abgedroschen ist, dass es schon fast weh tut – Danke!)
Eine beachtliche Schlange bildete sich vor dem Eingang und vor dem Frühstück bin ich sowieso total aggro! Kein guter Start. Frown

Kaua und mschelter kamen uns lächelnd mit einem großen Becher Kaffee entgegen. “Hach, wie aufmerksam. Haben sie doch von weitem meinen geringen Koffeinspiegel erkannt und eilten mir zuhilfe…” – “Hey ihr, wir können unseren Kaffee mitnehmen, weil heute so viele Gäste frühstücken.” – NEIIIIN!!! (Homer Simpson – Style)… mein Koffeinspiegel sank ein ganzes Stückchen weiter nach unten.

Gerade als mein Körper die ersten Warnstreiks ankündigte, ging es beachtlich voran. Man merkte, die Crew ist ein eingespieltes Team und die haben das nicht zum ersten mal gemacht. Uns wurde blitzschnell ein 6-Personen-Tisch zugewiesen und wir waren erstaunt, dass diese eine Person den kompletten Überblick über alle Tische behalten konnte. Wahnsinn.

Das Buffet wirkte auf den ersten Blick unendlich, bis der zweite Blick offenbarte, dass die vielen Buffetreihen jeweils mit den gleichen Leckereien bestückt waren. Leute, das war aber immer noch eine Riesenauswahl! Da ich mir vorgenommen hatte, erst am Abend wieder etwas Nahrung aufzunehmen, kamen mir Dinge wie “Rührei, Speck, Würstchen, Fleischbällchen” gerade recht.
Gut, zartbesaitete Persönchen, die morgens üblicherweise nur halbherzig an ihrem Erdbeermarmelade-Toast lutschen, wären bei dem Anblick meines Tellers sicher direkt in eine Ess-Störung gedriftet… mir hat es aber geschmeckt und meine Tischnachbarn konnten wohl einiges wegstecken. (Leider gab es diesmal keine Bärchenwurst.)

Sehr lustig fand ich übrigens unseren norwegischen Kellner, der sich, wie es sich für ein Buffet gehört, nur zum Abräumen blicken ließ. Der Typ war aber sauclever. Irgendwie musste er ja fragen, ob er die Teller mitnehmen darf. Da er aber nicht ahnen konnte, welcher Sprache wir mächtig sind, benutzte er irgendein norwegisches Universalgeräusch, was in etwa wie ein langezogenes Ä klingt, mit einem kurzen N eingeleitet wird und mit einem H ausläuft: “N’ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHH”. Während er dieses Geräusch machte, lächelte er bis hinter die Ohren, schwebte seitlich zum Teller hinab und versuchte irgendwie lustig zu erscheinen. Mit Erfolg – ich hab’ selten so gelacht.  Inzwischen räume ich auch zu Hause den Frühstückstisch mit diesem Universalgeräusch ab… N’ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHH.

Wir bereiteten uns, wie von kaua und mschelter vorgemacht, noch einen Kaffee TOGO zu (wieder ein kleiner Scherz von timwif, denn wir fragen uns ja, wo genau Togo liegt und wie der Kaffee dort schmeckt… ) und mit Turbolift 6 ging es direkt aufs Holo- ähh Sonnendeck.

Wahnsinn, Festland und dann auch noch so ein Schönes. Während ich timwif noch mein Leid klagte, dass man durch das Frühstück die ganzen Aussichten verpasst hätte, erklärte er mir glaubhaft, dass man ja heute auf der Rückfahrt noch einmal die selben Aussichten genießen könne und wir somit nichts verpasst hätten. Ähm – stimmt auffallend!

Wir klemmten uns also an die Reling und bestaunten das Anlegen unseres kleinen Kutters. Dass man so einen Koloss aus Stahl mit fast schon chirurgischer Präzision an die Gummipuffer parken kann… das ist schon der Hammer mit anzusehen.

Die Leinen wurden festgezurrt, die Gangway angestöpselt und das ATTA-Ballet (Reinigungskräfte) ging an Bord. Diese Damen und Herren aus allen Teilen der Welt, so kam es einem jedenfalls vor, sollten sich durch das Schiff schnorcheln, während wir in Oslo ein paar nette Dosen machen. Daran könnte ich mich gewöhnen. Leider konnte ich mein Früchtchen bislang noch nicht dazu überreden mein privates ATTA-Ballet zu tanzen und das wird wohl auch in Zukunft nix werden. Hashtag: #geichberechtigung Smile

Mit der OSM-Europakarte auf dem Garmin, die Route von HHL und einer Wasserflasche im Rucksack ging es raus aufs Festland. Die Massen strömten, zumindest die Geocacher, an das errechnete Versteck des Color-Line-Multis. Unauffällig war DAS jedenfalls nicht. Hoffentlich wird das Ding jetzt nicht gemuggelt.

Nach einiger Verwirrung folgten wir nun nicht mehr der HHL-Route, sondern der eigenen Nase. Überall trafen wir Geocacher. Oslo war fest in deutscher Hand. Sogar unseren Captain A. Schweigert trafen wir kurz inmitten der Stadt und ich weiß nicht warum, aber irgendwie versprühte der liebe Alex ein gewisses Bürgermeisterfeeling. Ich glaube, er war total stolz, dass die Reise so gut geklappt hat und er augenscheinlich auch nen super Draht zu Petrus beweisen konnte. Das Wetter hätte ja nicht besser sein können.

Besonders toll empfand ich das Treffen mit Mostly Moose, der in der Nähe seines eigenen Caches lauerte, um den angekündigten Ansturm der 113 Verrückten aus ganz Deutschland abzufedern. Das war wirklich nett, obwohl ich nur passiv dem Gespräch lauschte. Andere Cacher waren da um einiges sicherer in Sachen Englisch, so dass ich mich dahingehend zurückziehen konnte.

Mit einem immerzu dokumentierenden timwif – der Mann hat bestimmt 3,8 Millionen Fotos geschossen – konnten wir noch so einige Caches ausfindig machen. Besonders hervorzuheben ist die Dose am Konzerthaus. Die ist wirklich cool gemacht.

Die Zeit rannte und überall war etwas zu sehen. Oslo ist eine wirklich schöne Stadt und wir hätten wirklich gerne mehr gesehen, aber 4 Stunden wären für eine Erkundung auf eigene Faust viel zu knapp gewesen, so dass wir uns mehr auf die Dosen konzentrierten.

Irgendwann sollte aber auch dieser Ausflug enden und so fanden wir uns pünktlich zum Meet-and-Greet-Event ein, bei dem wir auch Einheimische begrüßen durften. Einige CacheRats waren aber so sehr abgekämpft, dass wir uns schon nach kurzer Zeit wieder die Gangway hinauf auf das Schiff schleppten, um in der Kabine kurz inne zu halten und eine eiskalte Dose Sprite aus der selbstbefüllten Minibar zu genießen. Wie geil ist das denn!? Dosen-Sprite… GEI-EL!

Danach ging es direkt wieder aufs Holodeck alias Hubiplatz, um die Sonne einzufangen. Der Hubschrauberlandeplatz war mit dem gleichen Material angelegt, wie man es üblicherweise von einer Tartanbahn kennt. Das Zeug speichert unheimlich die Wärme, so dass man alsbald überall die Leute auf dem Boden liegen sah. Zum einen war es schön warm, zum anderen griff der Wind einen nicht so an, was sich wiederum positiv auf die Wärmebilanz des eigenen Körpers auswirkte.

Wie am Vortag bildeten sich wieder die üblichen Grüppchen, die sich auf dem gesamten Holodeck verteilten. Nur timwif und ich standen kurzweilig unter Strom, um die Umgebung auf den Sensor der Kamera zu brennen. So verbrachten wir einige Zeit, um von Backbord auf Steuerbord und wieder zurück zu wechseln, nur weil gerade wieder eine Wolke aus “Uhhhhh, Ahhhhhh, Ohhhhhh” von der jeweiligen Seite an unserem Gehör vorbeizog. Irgendetwas interessantes gab es immer zu sehen und wenn es nur die Mösen Möwen waren, die elegant neben uns schwebten! (Liebe Kinder, das war nur ein freud’scher Versprecher vom lieben timwif und nix, was man im Kindergarten laut wiederholen sollte!)


Die Stimmung war wieder sensationell gut. Man könnte meinen, man hätte das ein oder andere Bier aus dem TAX-Free-Shop getrunken, was wir natürlich NICHT gemacht haben, da das an Bord ja strengstens untersagt ist.

Jede Zuwiderhandlung würde ja auch dazu führen, dass der- bzw. diejenige an einem einsamen Leuchturm auf Gedeih und Verderb und für alle Zeit ausgesetzt würde.. und das nur von Möwen begleitet.

Der Martin mit eckigen Augen in eckigen Klammern rief dann um 16 Uhr zum Fotokurs, dem timwif, Torsten und ich auch bereitwillig folgten. Wolle wäre auch gerne dazugekommen, hat sich aber im Schiff verlaufen und so konnte er sich nur noch zum zweiten Teil des Kurses hinzugesellen.

Ich muss sagen, die Dinge, die [martin] uns da präsentierte, waren für mich ob meiner Ausbildung (Mediengestalter) eigentlich schon fast selbstverständlich bzw. ähneln gestalterischen Aspekten sehr. Leider denkt man an diese Dinge einfach viel zu oft nicht, so dass ich den Kurs als eine Art Wachrütteln empfunden habe. Irgendwie hatte ich das alles schon mal gehört, aber warum habe ich das nie bedacht? Oh man. Ich möchte den Kurs hier keineswegs schmälern, denn [martin] brachte es auf den Punkt und hat alles toll erklärt. Für mich gab es  die Erkenntnis, dass ich es eigentlich hätte bereits wissen sollen, aber auch neue Dinge konnte ich lernen und mir hinter die Ohren schreiben. Danke dafür, [martin].

So gab uns unser Fotoguru auf, unter Einhaltung bestimmter Regeln, ein paar Fotos zu knipsen. Das Ergebnis dieser Aufgabe seht ihr hier:


Als die Sonne so langsam schwächelte und der Magen wieder nach etwas Gehaltvollem verlangte, zogen die Cacheratten los, um auf dem Promenadendeck eine Pizza gegen pures Gold zu erwerben. Das war die teuerste Pizza meines Lebens. Pizza + Bier = 21 EUR. Wenigstens stimmte die Qualität.. und wir waren ja auch im Urlaub, so dass wir diesmal auf das Geld nich so achteten. Billigheimer sind wir ja nun auch nicht.

Nachdem wir allesamt gesättigt waren, sollte wieder das Showprogramm für gute Laune sorgen. Leider waren wir etwas spät dran, so dass die besten Plätze belegt waren und ich mich freiwillig ausklingte, um ein paar nette Fotos vom Schiff zu knipsen. Leider schwächelte unsere Kompaktkamera bei den schwierigen Lichtverhältnissen so sehr, dass nicht alle Bilder etwas geworden sind. Die, die es tatsächlich geschafft haben, aus irgendeinem Grund scharf zu bleiben, sind umso schöner. Natürlich immer mit [martin]s Regeln im Hinterkopf fotografiert.


Zwischendurch begenete ich der “harten Clique” des Holodecks, die inzwischen einen recht großen Stuhlkreis in einer windgeschützteren Ecke gebildet hatten. Hier unterstützten die mitgebrachten Kaltgetränke merklich die Stimmung. Natürlich nur alkoholfreie Sachen!

Der Stuhlkreis war so hart verkettet, dass ein Aufbrechen unmöglich erschien. Außerdem war mir kalt, so dass ich nach einem Umweg zur Kabine gegen 22 Uhr den Rest der Ratten von der Show abholte und zum Holodeck zitierte. Dort angekommen wurden wir von “Team Noris” freundlich aber bestimmt angemault, uns hier jetzt hinzusetzen, wir würden ihn ja ganz nervös machen! Recht hat er. Also hinsetzen und den Abend bei netten Gesprächen ausklingen lassen.

Die Nacht brachte ihre Kälteopfer und so zogen auch wir uns einige Zeit später in die warme Kabine zurück, um von dem Erlebnissen des Tages zu träumen. Morgen sollte alles schon vorbei sein.

Da die vielen Fotos hier mehr die Story umschreiben und eigentlich wenig von der Umgebung zeigen, drücke ich Euch hier mal einen Link zu Jürgens Fotos aufs Auge. Viel Spaß damit.

Ende Tag 2 – Fortsetzung folgt…

5 Kommentare

5 Kommentare to “Nordseetaufe “Kiel-Oslo-Kiel” – Der zweite Tag”

  1. [...] Ende Tag 1. Fortsetzung folgt… [...]

  2. Ronni (Team Bashira)am 5. Mai 2011 um 22:26

    Hach – haste schön geschrieben! Ich fühl mich fast als wär ich dabei gewesen… ROTFL

    [Antwort]

  3. Kauaam 5. Mai 2011 um 22:27

    Hach watt schön geschrieben Smile

    Wenn ich gewusst hätte das du so “unterkoffeiniert” warst,dann hätte ich dir meinen Kaffee doch gegeben , oder auch nicht ROTFL ….sonst hätte mein Pegel nicht gestimmt Shock

    Und diese Fotos … es war nur…ääähh,Wasser *flöt* Evil Grin

    Liebe Grüße aus Bochum
    Claudia aka Kaua

    [Antwort]

  4. Lauflöweam 6. Mai 2011 um 11:46

    Vielen Dank für den anschaulichen und schön geschriebenen Bericht!
    Ronni sagte es schon: fast so als wäre man dabei gewesen…
    Ich freu mich schon auf den nächsten Teil.

    [Antwort]

  5. [...] CR (2) [...]

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