Wow, was für ein genialer Trip. So schön hatten wir uns das wirklich nicht vorgestellt. Aber mal schön von Anfang an:

Schon lange fieberten wir dem Augenblick entgegen, dass wir endlich teilhaben können an dieser verrückten Idee des Herrn Schweigert. Die verrückte Idee, ebenso verrückte Geocacher auf die größte Autofähre der Welt (jedenfalls nach Länge) zu verfrachten, um eine noch verrücktere Reise zu machen: Kiel-Oslo-Kiel an einem Wochenende und gerade mal 4 Stunden Aufenthalt in Oslo. Eine Mini-Kreuzfahrt mit Powercaching inklusive sozusagen.

Für uns gab es seit Veröffentlichung der Idee kein Halten mehr. Das mussten wir mitmachen. Zum einen war es bekloppt genug, um bei uns auf großes Interesse zu stoßen, zum anderen war es eine prima Gelegenheit für uns zu prüfen, ob wir einen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff interessant finden würden.

Am Freitag den 22. April sollte ab 9 Uhr das Event in Kiel beginnen, so dass wir Tags zuvor entschieden, als Abfahrtszeit “3 Uhr in der Nacht” festzulegen. Leute, das ist wirklich jenseits von gut und böse! So böse, dass Torsten erst gar nicht versuchte zu schlafen.

Früchtchen [CR] und ich hatten zwar noch die Idee früh ins Bett zu gehen, um noch etwas Schlaf abzugreifen, aber unser TomTom-Navi sollte noch kurzfristig ein Update erfahren, was eine ganz schlechte Idee war. Warum muss man solche Dinge immer DIREKT vor Reisebeginn machen? Es kam, wie es kommen musste. Das Update schlug fehlt, das Ding wollte nicht mehr und ich konnte es erst sehr spät wieder zum Leben erwecken. Wertvolle Zeit, die mir in dieser Nacht fehlte. Gerade mal 3 Stunden konnte ich schlafen, danach dröhnte mein iPhone wieder zum Weckruf.

Etwas verspätet und leicht abgehetzt konnten wir Torsten und timwif einsammeln, die auch nicht gerade energiegeladen daher kamen und so fuhren wir durch die Nacht, der Schiffsreise entgehen. *gäääääääääähn* Die Stimmung im Auto war aber dennoch recht gut. Wir stellten fest, dass unsere dummen Sprüche absolut zeitunabhängig sind.

Schon während der Fahrt war klar: Wir kommen viel zu früh an. Auf Twitter konnte man noch lesen, dass sich Toastercat mal so laaaangsam los macht…. und wir hatten schon fast Bergfest auf der Strecke! Oh man! Man musste ja auf Nummer sicher gehen.

So kam es jedenfalls, dass wir bereits um 8:30 Uhr in Kiel ankamen. Zu blöd, denn der Parkplatz macht ja erst um 9:30 Uhr auf. Mist!

Die gewonnene Zeit haben wir dann zunächst erfolglos damit verplempert einen “günstigeren” Parkplatz für das Wochenende zu suchen. Das hätte sicher auch geklappt, aber die Koffer mehr als 1000m zu schleppen, kam dann doch nicht in Frage… und wenn schon die Pizza auf dem Schiff 120 NOK kosten soll, dann kommt es auf die 20 EUR nun auch nicht mehr an.

Weitere Zeit konnten wir bei einem McDonald’schen Frühstück (Burger natürlich) und bei einem Cache ganz in der Nähe der Eventkoordinaten verplempern.

Irgendwann war das Auto aber endgültig abgestellt, das Gepäck ausgeladen, die Abordnung aus Dessau begrüßt (die übrigens zu einer ähnlich unchristlichen Zeit aufgestanden ist) und sich selbst ins Gebäude am Norwegenkai verfrachtet. Mein Fresse, die Color Magic ist wirklich ein riesiger Stahlkoloss. Dass das Ding überhaupt schwimmt, ist schon wahnsinn irgendwie.

Auf oberster Etage, direkt am Ende der Rolltreppe, erkannten wir unseren Captain. “Captain A. Schweigert” stand freundlich-grinsend an seinem “eigenen” Check-In-Schalter, dessen “Bewirtschaftung” er alsbald aber anderen Cachern wie z.B. Frau Töse überließ, die uns dann auch blitzschnell die Boarding-Cards aushändigte.

Mit steigender Anzahl der Ankömmlinge war dann Herr Schweigert auch mehr und mehr in seinem Element. Die Kapitänsmütze auf dem Kopf, war er fortan ein beliebtes Bildmotiv für Cacher und auch für diverse Muggel.

Jetzt hieß es nur noch auf die Einschiffung zu warten. Punkt 13:15 Uhr mogelten wir uns vorne in die riesige Schlange ein, die allerdings wider erwarten sehr schnell kleiner wurde. Jammerschade, dass sich Puflatsch, Wolle und Torsten ganz hinten einreihten. *gnihihihi*

Über die Gangway gelangten wir direkt auf Deck 6 der Color Magic. Einige Damen der Schiffscrew wurden zum “Gut aussehen” an die Eingänge gestellt, grinsten uns ein “Welkommen” entgegen und wir konnten endlich unsere Kabine beziehen.

Also die Boardingcard ins Lesegerät an der Tür und ZACK… Tageslicht! Huh? Hatten wir nicht eine Innenkabine gebucht? Wie geil ist das denn? Die befürchteten klaustrophobischen Anfälle würden also sicher ausbleiben.

Die Koffer waren schnell abgestellt und die Minibar als Kühlschrank für die mitgebrachte Verpflegung zweckentfremdet. Nix wie raus aufs Sonnendeck.

Turbolift 6 brachte uns direkt an Deck und so waren wir ob der Menge an Leute auch zunächst überfordert überhaupt mal ein paar bekannte Gesichter zu finden.
Irgendwann hat der Muggelanteil auf dem Sonnendeck aber so stark abgenommen, dass man sich zu kleineren Grüppchen zusammenfinden konnte. Es folgten interessante Gespräche – das ganze Schiff war ein Event. Bei bestem Wetter. Einfach toll.

Gegen 18 Uhr versammelten sich dann die Jünger um unsere Captain, um feierlich dem Hissen der Nordseetaufe-Fahne beizuwohnen.

Ein absolutes Highlight des Tages war im direkten Anschluß die Durchfahrt unter der “Großen Belt – Brücke” (Storebælt). Ein 3D-Effekt, der mich total geflasht hat. Hollywoods 3D-Effekte sind ein Scheißdreck dagegen! Wahnsinn!

Leider endet mein Gedächtnisprotokoll für diesen ersten Tag recht abrupt, denn nachdem es auch dem härtesten Cacher da draußen zu kalt wurde, gab es nur noch eine kurze Schiffserkundung, dessen Beschreibung alle Grenze sprengen würde und so schlief ich nach zwei Heineken aus dem TAX-Free-Shop total erschöpft ein. Man war ja schon einige Stunden wach.

Einige von uns flohen noch in die Bespaßungsabteilung des Schiffs, um sich bei den gebotenen Gesangseinlagen die Hände warm zu klatschen. Ich… ich war schon ganz woanders.

Ende Tag 1. Fortsetzung folgt…